Historische Landtechnik Rheinhessen


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Ferguson TEA


Baujahr 1950   Gewicht 1134 kg
Hubraum 1850 cm² Kraftstoff Benzin
TVO
(Traktortreibstoff)
Leistung 23,9 PS


Historische Landtechnik Rheinhessen Guntersblum


Unser Ferguson ist kein reinrassiger Ferguson TEA, ihm wurde wohl manches Ersatzteil vom Ferguson TED eingebaut. Im Prinzip sind sie beide ähnlich aufgebaut. Der TEA hat eine etwas höhere Verdichtung und ist wie der TED eine Vergasermaschine.
Für uns ist es nicht besonders verständlich warum ein Traktor mit einem Benzinmotor ausgerüstet wurde, ein Blick in das Nachkriegs England kann das allerdings erklären. Benzin war wohl preiswert aber auch rationiert. So kam es zu der Entwicklung des TED (TEA) der mit Traktortreibstoff (TVO) betrieben wurde. Dies ist ein Paraffin basierender Treibstoff der nicht zündfähig ist. Man verwendete einen Trick, die Maschine wurde mit Benzin gestartet und nach dem die Betriebstemperatur erreicht war auf TVO umgestellt. Da Ansaug- und Auspuffkrümmer ein Teil sind und dazu auch noch einen Hitzeschild das Auskühlen vermindert wird er sehr heiß, da verdampft dann das Treibstoff Luft Gemisch und wird dem Motor als brennbares Gasgemisch zugeführt. War wohl nie das Glückseligmachende aber es hat funktioniert und wurde von der Rationierung nicht beeinträchtigt.
Was beiden Typen eigen war, sie waren sehr durstig. Bei schwerer Arbeit gingen pro Tag schon 2 Tankfüllungen drauf (60-70 Liter). Ähnliche Erfahrungen haben wir auch bereits gemacht, mit leerem Tank wurde auch schon abschleppen geübt.
Ja warum kauft man so einen Schlepper und behält ihn auch noch?
Gekauft wurde er im ebay, es war ein Wagnis und er wurde dann auch noch sehr teuer. Ein Schlepper mit 62 Jahren ist nun mal verbraucht und wenn man den Motor öffnet bleibt es nicht bei Kleinigkeiten, nein dann geht es zur Sache. Immerhin ist der Motorblock und der Zylinderkopf noch erhalten, die Innereien sind NEU.
Während der Restauration wurde mir der Graue immer sympathischer und es macht echt Spaß mit ihm durch Rheinhessen zu fahren, der Sound ist unvergleichlich schön.
Die Überführung aus Aschersleben nach Guntersblum war ein unvergessenes Wochenende mit Freunden, nicht wirklich vernünftig aber unbeschreiblich schön, das vergisst man nicht.
Nach einem Winter unter der Plane gab er dann im März 2012 seine ersten Töne von sich, die Optik wurde aufpoliert und die alte Technik anschließend auf der Straße getestet, Schwachstellen erkannt und gezielt bearbeitet.
Nun ist er wieder auf der Straße zurück, die ersten Einsätze hat er nun hinter sich. Viele sahen den alten Engländer und hatten auch Erinnerungen aus an diese Maschine, so kommt man mit vielen Menschen in Kontakt.
Seine Wendigkeit wird gelobt, mit der Zugkraft blieb er wohl hinter den Erwartungen zurück. Dies lag am System Ferguson, dessen Ziel es war Einen leichten Schlepper zu bauen der die Zugkraft nicht durch das Gewicht auf den Boden bringt, sondern durch ein intelligentes Zubehörprogramm. Bei uns wurden aber alte Geräte und Wagen aus der Zeit der Zugtiere weiterhin benutzt und damit konnte diese sympathische Maschine ihre Vorzüge nicht ausspielen.


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