++++++++ Nächster Stammtisch 13. Oktober 2017 ab 19:30 Uhr im Rheinterrassenhof (Reblausstube) Guntersblum ++++++++
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             ++++++++ 15. Oktober Festzug Bockenheimer Winzerfest ++++++++
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Die Geschichte des Dreschens



Der Mensch wurde sesshaft und fing an Vorsorge zu betreiben, der Anbau von Feldfrüchten begann ebenso wie die Viehzucht. Sie Sommer waren einfacher, aber für den Winter waren Vorräte notwendig, also Getreide und Hülsenfrüchte. Es war sicherlich möglich den Bedarf an Körnern für die aktuelle Mahlzeit mit der Hand aus den Ähren zu reiben, aber im großen Stiel, also den Jahresbedarf doch sehr mühsam. Die große Menge war notwendig, da die Lager begrenzt waren und auch überall Nagetiere auf Beute warteten. Kleinere Lager waren da besser zu schützen. Da der Mensch sich in seiner Geschichte als ruheloses Wesen zeigte, das auch in der Lage war Kraft durch Grips zu ersetzen wurden Werkzeuge für verschiedene Arbeiten erfunden, in unserem Fall der Dreschflegel.
In einer besonderen Technik wurden ein Stiel und kräftiges Hartholz (Bengel) mit Lederriemen verbunden, das ganze nannte sich Dreschflegel. Dieser Dreschflegel prägte über viele Generationen das Bild der echten Ernte, nur das gedroschene Getreide war wirklich geerntet. Die Trennung von Korn, Spreu und Getreide erfolgte zuerst manuell mittels Wind und natürlichem Luftzug, später kam dann immer mehr die Getreidereinigungsmaschine (Windfege, Windmühle) zum Einsatz. Das Streben des Menschen ging ungebrochen weiter und so entwickelte Andrew Meikle 1786 die erste brauchbare Dreschmaschine, einen Schlagleistendrescher der auch als Breitdrescher bezeichnet wurde. Das Problem für diese neue Art der Dreschmaschine waren die hohen Drehzahlen die die Dreschtrommel benötigte, es fehlten die Antriebsmaschinen. Lediglich der Pferdegöppel der mit hohem mechanischen Aufwand die Laufbewegung des Zugpferdes im Göppel in schnellere Drehbewegungen umsetzte stand zur Verfügung, leider ortsfest und kaum erschwinglich. Da kam dann der Amerikaner (think big) Samuel Turner 9 Jahre säter auf eine kleinere Lösung, den Stiftendrescher, bei dem eine mit Stiften besetzte Trommel in einem ebenfalls mit Stiften besetzten Korb kreist.
Auch hier waren hohe Drehzahlen notwendig, diese konnten jedoch von 2 kräftigen Männern mit Muskelkraft erzeugt werden, langsame Drehbewegungen wurden mit einer eingebauten Zahnradübersetzung auf schnelle Trommelbewegungen umgesetzt. Das Getreide wurde mit den Ähren voraus in die Dreschtrommel geschoben, damit entstand die Bezeichnung Längsdrescher, das Stroh litt jedoch unter dem Verfahren. Es war nur schwer weiter zu verwenden..... und es wurde doch für das liebe Vieh gebraucht. Bei den kleineren Stiftendreschern wurde ebenfalls anschließend manuell oder mit der Windfege gereinigt, später wurden beide Maschinen kombiniert und es entstand eine für unsere Vorstellungen vollwertige Dreschmaschine.
Es wurden langsam mobile Antriebsmaschinen entwickelt, die für den Betrieb einer Dreschmaschine geeignet waren, bei uns prägte der Bulldog der die Dreschmaschine zum Dreschplatz zog und anschließend auch den Antrieb übernahm das Bild. Die Dreschplätze waren teilweise im Feld,
aber auch in engen Höfen, da wurde nach einem ganz besonderen Plan das Getreide aus der Scheune entnommen und gedroschen, an dem nun freien Platz wurde dann schnellstmöglich wieder das Stroh eingelagert. Diese Dreschmaschinen waren dann auch wieder Schlagleistendrescher oder Breitdrescher. Es wurde mit „Breitdrusch ist Leichtdrusch“ geworben.
Dieses Prinzip hat sich durchgesetzt und wird heute noch angewandt. Der Stiftendrescher führte ein Schattendasein für besondere Anwendungen und verschwand. Damit sind heute auch nur noch wenige Exemplare erhalten oder gar einsatzfähig. Wir freuen uns ein solches Exemplar, dem leider der Handantrieb enfernt wurde, bei uns im Verein zu haben. Ebenso eine Windfege und zwei Breitdrescher aus verschiedenen Epochen der Geschichte. Wir können also den maschinellen Drusch durchgängig aufzeigen und vorführen.




Heute ist das alles Vergangenheit, die modernen Mähdrescher mähen, dreschen und verarbeiten das anfallende Stroh zu Hächsel, das dem Boden wieder zur Humusbildung zugeführt wird.
Ob es die gute alte Zeit gegeben hat, oder ob die anders gearteten, anstrengenden HIGH TEC Arbeiten unserer Zeit anstrengender sind möchte ich hier ganz bewusst nicht beantworten, machen Sie sich Ihr eigenes Bild.........
........den Mähdrescherfahrer der abends von der Maschine steigt können sie bestimmt irgendwo sehen, meist ist sein Tag damit noch nicht beendet.......
......und morgends kümmert er sich zuerst um die Maschine für einen langen Arbeitstag......






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